Was Du beim Anlegen von Blumenbeeten am Hang beachten solltest:

 

Hallo Gartenfreunde,

Hangbeete oder sogar ganze Hanggärten haben viele von uns zwangsweise in hügeligen und bergischen Gebieten. Oder – wie Nathalie bei sich im Garten, im eigentlichen flachen Rheinland – durch ein Souterrain. Für viele mit Hanglagen ist es kaum vorstellbar, dass sich Leute sogar freiwillig Hangbeete im Garten kreieren

Wieso macht man das?

Stell Dir vor, du hast einen flachen, offenen Garten mit großer Fläche: Das sieht oftmals ganz schön kahl aus und auf dieser nackten Fläche ist es gar nicht so einfach sogenannte „Gartenräume“ zu schaffen. Da macht es durchaus Sinn mit Höhen und Ebenen zu spielen und damit Räume zu schaffen.

Damit deine Hänge im Garten aber auch so schön, wie in deinen Vorstellungen werden, solltest du einiges beachten – insbesondere bei der Bepflanzung: der richtigen Pflanzenwahl.

Generell gilt: Je steiler der Hang, umso schwieriger wird es.

Bei sehr steilen Hängen ist deine Pflanzenwahl limitierter, da die Bedingungen umso schwerer sind und außerdem ist neben der Pflanzenwahl auch die Pflege von steilen Hängen nicht so einfach, die Gartenarbeit am Hang kann ganz schön mühselig werden, manche Hänge sind kaum erreichbar, nun stell dir vor du musst hier auch noch Gartenarbeit verrichten…

 

Die Bedingungen und Herausforderungen am Hang

  • Regenwasser läuft schnell am Hang runter und die Pflanzen oben bekommen kaum Wasser ab, bei den Pflanzen unten hingegen kann sich das Wasser sammeln. Sprich du brauchst am Hang Pflanzen, die gut mit Trockenheit zurechtkommen und weiter unten gegebenenfalls sogar Pflanzen für feuchte Böden. (Am besten beobachtest und analysierst du die Bodengegebenheiten an deinem Hang genau)
  • Außerdem ist es oft so, dass oben am Hang mehr Sonne hinkommt als unten, auch hier gilt: Beobachte und analysiere deinen Standort genau.

     

    Steile Hänge:

    • Erosionsschutz: Bei steileren oder größeren Hängen und bei Neuanlagen solltest du unbedingt daran denken, dein Hangbeet vor Erosionen zu schützen. Bei „nackten“ und neuen Hängen, an denen es noch keine Vegetation gibt, kann Wind oder Regen das lockere obere Material wegspülen.
      • Es gibt Erosionsschutz-Matten und Gewebe aus Jute oder Kokos, die man zur Befestigung auslegen kann. Diese sind biologisch abbaubar und halten je nach Material 1 bis 5 Jahre (Kokos ist haltbarer als Jute).
    • Hohe Pflanzen: Bedenke das hohe Pflanzen oder Pflanzen, die gerne mal umknicken, wie Stockrosen, sich nicht für einen Hang eignen. An Hängen ist es oftmals auch windiger. Merke dir als Faustregel: Je steiler der Hang, desto flacher die Pflanzen. Besonders Bodendecker eignen sich super am Hang. Und keine Sorge: Es gibt auch schöne Bodendecker, es muss kein „Immergrün“ oder Cotoneaster sein, der gerne mal in Gärtnereien als erstes empfohlen wird. Hast du mal einen Hang mit Storchschnabel gesehen? Ein Traum, wenn er blüht!
    • Da die Gartenarbeit an steilen Hängen teilweise unmöglich ist, solltest du pflegeleichte Pflanzen auswählen, um so wenig wie möglich Arbeit damit zu haben. Auch deshalb machen Bodendecker und vor allem wüchsige Pflanzen Sinn, die Wildkräutern keine Chance und Platz geben, indem sie schnell ein dichtes „Blättermeer“ bilden.
    • Tipp: Überlegt euch, ob es nicht gegebenenfalls in Frage kommt mithilfe von Stützmauern oder Hochbeeten waagerechte Beete zu schaffen.

    Die richtige Pflanzenwahl:

    Wir haben also gelernt, dass oben am Hang trockenheitstolerante Pflanzen vorteilhaft sind und unten am Hang Pflanzen, die auch mit Feuchtigkeit auskommen. Zudem eignen sich gut flache, wüchsige, pflegeleichte Pflanzen, wie Bodendecker.

    Auch die Wurzeln spielen eine wichtige Rolle. Herzwurzler sind Pflanzen, die zum einen tiefe Wurzeln haben und so gut an Wasser kommen, und zum anderen Wurzeln, die in die Breite gehen und somit den Hang festigen. Herzwurzler sind also quasi kleine „Alleskönner“ und ideal für Hänge.

    Generell eignen sich, wie bereits zuvor erwähnt, Pflanzen mit starken Wurzelsystemen.

    Um euch nun auch konkrete Tipps für die Bepflanzung zu geben, habe ich euch für die verschiedenen Standorte ein paar Pflanzenempfehlungen zusammengestellt:

    Sonniger Hang:

    • Lavendel und Federgras: Ja, dies ist wohl keine Standardempfehlung, die ihr öfter hören werdet, aber Nathalie wollte eben kein Standard und hat so ihren Souterrain-Hang erfolgreich mit Lavendel und Federgras bepflanzt (Lavendula angustifolia und Stipa tenuissima) und was soll ich sagen, es funktioniert und es sieht klasse aus. Ich habe Nathalie gefragt, ob sie nun mehrere Jahre nach Pflanzung einen Tipp für diese Hangbepflanzung hat:
      • Vorteil: Federgras und Lavendel sind auch im Winter grün. Beide Pflanzen mögen es trocken und brauchen wenig Nährstoffe.
      • Man sollte bei der Bepflanzung beachten, dass Lavendel erst später anfängt zu blühen und der Frühling und Frühsommer dann noch nicht so bunt sind, hier könnte man überlegen, ob man noch eine weitere Pflanze kombiniert, die schon etwas früher blüht, wie zum Beispiel die Katzenminze.
      • Bei Nathalie ist am Hang tatsächlich der Fall eingetreten, dass die Pflanzen in Hanglage und oben super funktionieren, nur ganz unten sind sie viel kleiner im Vergleich (Hier ist es also feuchter und es kommt eben nicht so viel Sonne hin, wie oben). Hier könnte man für unten also Pflanzen wählen, die etwas mehr Feuchtigkeit und Schatten vertragen.
        Federgras und Lavendel:
        Blumenbeet am Hang bepflanzen

     

    • Storchschnabel (Geranium) eignet sich auch hervorragend an Hängen. Der Bodendecker ist wüchsig, kommt je nach Sorte auch mit Trockenheit gut zurecht und es gibt auch welche, die im Frühsommer blühen und andere die im späten Sommer bis in den Herbst hinein blühen. Man könnte also auch super verschiedene Sorten miteinander kombinieren. Flächendeckend mag ich ihn am liebsten. Man kann ihn auch super mit Gräsern, wie das Federgras oder das Tautopfengras (Sporobolus heterolepis) kombinieren.
      Storchschnabel ist der perfekte Bodendecker für den Hanggarten

     

    Halbschattige und schattige Hänge:

    • Bei halbschattigen Standorten kann ich euch als Bodendecker den Frauenmantel empfehlen, der sich insbesondere für unten am Hang eignet, denn er kommt gut mit normalen bis feuchteren Böden zurecht. (er verträgt auch volle Sonne, aber dann braucht er sehr viel Wasser, deswegen ist Halbschatten besser)
      Frauenmantel als Bodendecker am Hang halbschatten
    • Die Elfenblume ist auch eine sehr schöne, flächendeckende Kandidatin, die mit ihrem schönen Laub eure Hänge verschönert. Sie mag nicht zu trockene Böden, deswegen am besten nicht bei sehr steilen Hängen pflanzen. Sie blüht übrigens im Frühjahr gelb und ist auch wintergrün.
    • Die Zwerg-Waldspiere (Astilbe Chinensis-Hybride ‚Christian‘) ist auch eine noch viel zu selten auf schattigen Hängen eingesetzte Pflanze…finde ich jedenfalls. Sie wächst sehr niedrig (um die 20 cm) und hat wunderschöne Blüten, die sich ab August zeigen. Sie mag normale Böden, aber kommt auch mit Trockenheit zurecht. Wenn ihr einen Hang habt, wo sich ein Bodendecker ausbreiten darf, dann passt diese Astilbe wunderbar, denn sie ist recht wüchsig.

     

    Fragen aus der Community:

    • Für mich wäre interessant zu wissen ab welcher Neigung und Größe man von einem Hangbeet spricht. Was sind mögliche Vorteile eines Hangbeets und welche Herausforderungen habe ich bei der Pflege?
      • Eine interessante Frage, darüber habe ich selber noch nie nachgedacht und habe mich mal informiert: In der Baubranche spricht man ab einem 2% Gefälle von einem Hang. (Das sind 20 cm Höhenunterschied auf 10 Metern)
      • Vorteile von Hängen oder Hügeln im Garten: Hügel im Garten machen ihn gestalterisch oft interessanter und sind ein tolles Gestaltungsinstrument. Sie können Wege vorgeben und geben dem Garten eine optische Tiefe. Höhenunterschiede sind ein wichtiges Gartengestaltungselement.
    • Wie kostengünstig aber trotzdem schön abfangen. 
      • Das ist gar nicht so einfach, bzw. in Kürze zu beantworten, denn darüber könnte man einen ganzen Artikel schreiben (vielleicht mache ich das noch). In Kürze beantwortet: Wenn es sich um einen großen Hang handelt, dann reicht es meist nicht aus, Erosionsmatten zu legen, sondern der Hang muss mit Stützen abgefangen werden. Das gängigste sind Betonmauern, Gabionen, Trockenmauern, Pflanzsteine oder Holzpalisaden. Man muss schauen, je nach Gefälle und Größe, welche Lösung überhaupt in Frage kommt, das ist sehr individuell. Es gibt auch sogenannte Steck-Mauer-Systeme, die „einfach“ zu errichten sind und wohl im Vergleich zu richtigen Mauern günstiger sind. Ich glaube, wenn es sich um einen richtigen Hanggarten handelt, wird es schwer etwas kostengünstiges zu finden, da sollte man sich bei den Experten Rat holen. (Gartenlandschaftsbauern)

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